Sonntag, 16. Februar 2014

Arbeit ... im vorgerückten älteren Semester

Das sogenannte "ältere Semester", zu welchem ich mich inzwischen ja auch zähle. Obwohl zugegeben, man sich wirklich nicht zum alten Eisen zählt, kommt man allein durch das Umfeld oft nicht drumherum, von sich zu sagen: "Ja, da kannst Du nicht mithalten!"
Obwohl dies natürlich auch immer eine innere Einstellungssache ist, ob gut oder schlecht.  Alt oder jung spielt nur geringfügig eine Rolle, wie  man an vielen Beispielen, nicht nur den Normalschichtlern, so nenn ich das jetzt mal, sondern auch den sogenannten oberen Zehntausend sehen mag.
Selber misst man sich an seiner Ausbildung. Gut, das Abitur war für meine Person nicht geschaffen. Aus Gründen der Vielschichtigkeit. Heißt, was einem nicht liegt, paukt man nur recht und schlecht in sich hinein. Es gibt Anlagen, da brauchts nicht mal einen Klick und schon hat man Wissen intus, wo andere sagen: "Mensch, wie geht das nur?"
Andererseits ist das heutige Wissen so ausgeprägt, dass nur mathematisch-technische Kenntnisse über die Intelligenz eines Menschen aussagen. Bist Du hier eine Spitze, dann spielt alles andere keine Rolle!
Mag ja auch alles sein. Trotzdem fällt einem bei Kleinigkeiten sehr schnell auf, dass vermeintliche Intelligenzbolzen oder auch Hochschuleinsen bei normalen Tätigkeiten vollkommen überfordert sind. Das soziale, das handwerkliche, das allumfassende Wissen, wie man sein tägliches Leben absolviert, scheint bei absoluter Hochintelligenz eine Überforderung zu sein.
Gut, da kann man sich natürlich darüber auslassen und Diskussionen vom Band reißen, die unendlich erscheinen. Die Psychologie der Philosophie oder auch umgekehrt ist eine tiefergreifende Geschichte.

Das zu Anfang. Denn eigentlich wollte ich meine Erfahrungswerte aufzeigen, die sich beim älteren Semester auftun. Älteres Semester - ja, da würde ich sagen, das fängt durchaus mit 55 an. Zwei Jährchen dazu und man fühlt noch mehr ... die Langsamkeit. Die zuvorderst zumindest bei meiner Person angesagte schnelle Auffassungsgabe lässt hier doch etwas zu wünschen übrig.
Trotzdem es einen selbst mit Stolz erfüllt, einfach noch im Arbeitsleben so ab und zu integriert zu sein.  Etwas zu gelten, mithalten zu können, auch wenn es doch etwas langsamer als gedacht vor sich geht.
Natürlich ist auch der Aspekt des Finanziellen angesagt, zumindest bei mir, da ich mich leider nicht zu den Überfliegern zählen darf, welche einfach in die Vollen greifen können. Das Geld sozusagen endlos fließt.

So habe ich durch Hörensagen eine Inventurarbeit angenommen. Nur einen Abend. In einem Kaufhaus.  Kleidung, Klamotten & Co., alles was zu dieser Kategorie hinzugezählt werden kann, wird hier einem Zählprozess unterzogen, welcher Differenzen in der Statistik aufzeigen soll.

Zu abendlicher Stunde Arbeit, die noch ziemliches Neuland für einen ist, mit gutem Gewissen der positiven Gesamtheit für sich selbst abzuschließen, ist schon eine Herausforderung. Die Auffassungsgabe doch etwas reduziert, was auch daraus resultiert, dass zu abendlich angesagter Stunde der Tag halt schon abgeschlossen ist und der Tagesablauf ansonsten eher zur Ruhe neigt.
Heißt jetzt, dass man sich da doch schwer tut!

Für fünf  Stunden waren 180 Leute angemeldet. Eine stattliche Zahl. Wie ich bei meinem Eintreffen am Personaleingang feststellen durfte, in der Mehrzahl Schüler, Studenten. Gut, das hat für einen selber das besondere Gefühl: Da bist doch noch dabei und ... schön, dass sie dich dafür gut eingeschätzt haben und für diese Aufgabe angenommen.
Einerseits. Andererseits dann doch die Herausforderung technischer Gerätschaften,  bei denen ich doch zugeben muss, ein wenig länger zu brauchen, um die Begrifflichkeit zu integrieren. So ein Student/-in ist doch einer ständigen geistigen Herausforderung gewachsen, auch deshalb, weil er/sie täglich mit Input, so sag ich das jetzt mal auf neustem Niveau, konfrontiert ist.

Trotzdem erfüllte es mich mit Stolz, hier dabeigewesen zu sein. Und trotz anfänglicher "Input-Komplikationen" schlussendlich doch zu einem guten Ziel gekommen bin. Und das, obwohl ich vom Alter her durchaus die Großmutter der anwesenden Zähl"meister/innen" sein konnte.

Knappe fünfzig Euro waren auch ok. Obwohl der nervliche Aufruhr mich fast um den nächtlichen Schlaf gebracht hatte, freue ich mich schon auf die nächste Herausforderung, technischer wie auch anderer arbeitstechnischer Natur. Wo man einfach das Gefühl hat, dabeizusein und nicht auf dem Abstellgleis des Fast-schon-Alters dahinschleift. Denn das ist mit Sicherheit der Weg ins Abseits, das nicht nur geistig, sondern bestimmt auch körperlich eine Negativkarriere starten würde.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen