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Montag, 9. März 2015

Demos in Nürnberg

Und wieder ist der Verkehr dicht.
Und zwar so dicht, dass es kein Durchkommen mehr gibt.
Gottlob, ich bin meist mit dem Rad unterwegs. So kann ich mir leicht ein Schlupfloch suchen, wenn mal wieder die Straße gesperrt ist, weil MAL WIEDER! eine Demo stattfindet.
Manche Demos finde ich ja ok. Besonders, wenn es dadurch vielleicht doch mal ein Vorwärtskommen gibt.
Meistens ist es jedoch so, dass der normale Verkehrsablauf gestört ist und so die ratlosen Gesichter aller Verkehrsteilnehmer doch sehr zu denken geben.
Da hocken sie an der Kreuzung Frankenstraße und lautstark gibt der Anführer zu denken, dass es ein Fingerzeig sein soll.
Mag ja alles richtig und gut und schön sein. Der Punkt ist halt nur der, dass man vor lauter Demos bald  kein Durchkommen mehr sieht. Jeden Tag bald ist eine andere angesagt und irgendwann fängt man schon mal an, sich für gar nichts mehr zu interessieren.
Spontan denkt  man sich dabei: Wenn die alle Arbeit hätten, würden sie bestimmt  nicht auf der Straße hocken. Klingt  vielleicht ein wenig banal und womöglich blöd, aber dran ist da schon was.

Jedenfalls ist der Hasenbuck zu und alle fahren die Straße, welche eigentlich eine Einbahnstraße darstellen sollte,  rauf und natürlich wieder runter. Der Kollaps ist programmiert.
Gut, wenn man da zu Fuß gehen kann oder das Rad dabei hat.


Sonntag, 7. September 2014

ein Fest für das Volk, sogar mit Opernklang.

Ich gebe zu: "... pssst, aber nicht weitersagen!" ich war schon zwei Jahre nicht mehr dort.

Es ist schon oft so, genau dann, wenn man nahe am Geschehen wohnt, geht man komischerweise nicht hin. Warum? ... da bin ich mir selber keiner rechten Erklärung bewußt, nehme aber an, dass es einfach die Faulheit ist. Je näher, desto weiter weg das Interesse?

Irgendwie hat es mich spontan zu einer Tour dorthin gelockt. So zwischen Mittagsbraten und ein wenig Luft sowieso. Ein Spaziergang davor ist bestimmt eine feine Sache.
Dazu die Sonne schien so am späten Vormittag auch noch und warum auch nicht?

Die Familie hatte sich ein kurzes Match gegönnt und so war die Zeit genau punktrichtig, mal schnell das Rad aus dem Schuppen zu holen und die zehn Minuten hinzufahren.
Um diese frühe Vormittagszeit waren bestimmt nicht die Massen schon ansässig, so dass noch ein gemütlicher Spaziergang ohne Stress und Schubserei drinnen sei.

Das Radfahren ist ja offensichtlich auch bei den Volksfestbetreibern angekommen. So auch die Abstellplätze eine extra Fläche finden durften, was ich gleich mal positiv sah. Anketten kostete schonmal nix, was mich eigentlich schon wunderte, denn was ist denn heute noch kostenlos?

Die Sonne brannte doch recht herunter, was für mich spontan für diesen 7. September 2014 doch ein wenig den Verdacht hochkommen ließ, dass ein Gewitter bestimmt bald brodeln würde. Für mich nicht so interessant im Moment, denn der Rundgang, den ich mir vor dem Schäuferle vorgenommen hatte, das derweil im Ofen daheim bruzzelte, dauerte vielleicht eine Stunde. Da hielt das Wetter garantiert.

Tat es auch. Das am Rande.

Der Rundgang ging vom hinteren Ein- oder auch Ausgang für mich los. Rundum von links nach rechts. Im Uhrzeigersinn spontan eben.
Recht viel geändert hat sich in den zwei Jahren, die ohne mich verflossen (lach), ja nicht. Dennoch irgendwie mehr Ordnung. Die Fressbuden jedenfalls qualitativ zu ihrem Vorteil. Die Genüsslichkeiten entsprachen mehr meinem Geschmack. Kreative Backwerke und mehr Gemüsen. Eine extra variantenreiche Bierbude, mit allerlei Sorten bestückt, gefiel mir. Obwohl ich jetzt vor dem Mittagessen eh keine Zeit mehr fand, eins zu kosten. Aber eine Woche ist ja noch Zeit, da ist bestimmt nochmal ein Stündchen drin, um sich wenigstens mal zum Ausklang eine Halbe zu genehmigen.

Neugierig war ich auch auf die politische Diskussion im Haxn Liebermann. Da stellten sich der
2. Bürgermeister Christian Vogel und unser Finanzminister Markus Söder Fragen und Antworten der Bürgerschaft. Bis ich jedoch das Zelt fand, verging wohl doch zuviel Zeit, sah deshalb gerade noch wie die Kabel zusammengerollt wurden und von den Politikern keine Spur mehr.
Das Zelt war noch recht gut gefüllt. Es war ja auch Mittagszeit.

Bei meinem Rundgang stieß ich jedoch doch noch auf eine nette Begebenheit.
Gewundert hatte ich mich, dass auf dem Volksfest, wo man zwar schon Trompetenklänge ab und an sah, doch eine schwarz bekleidete Mannschaft mit Trompeten und diversen musikalischem Zubehör samt Dirigenten und gestreifte Männlein und Weiblein ihr Stelldichein hielten, die am Rande einer Autoscooterbahn aufgereiht standen.
Dennoch nichts Interessantes soweit. Obwohl man sich an einem Autoscooter sicher mehr Rock- und Popmusik vorstellte denn tiefsinnige Klänge, die da doch mehr in Richtung Oper wanderten.

Die Menschenmenge wurde dichter, was mich neugieriger machte. Ich hatte mich ja vorher nicht informiert, welche Unterhaltung an diesem Sonntag geboten wurde, und war von daher sehr überrascht.
Die Menschenmasse dichtete sich noch mehr zu. Am gegenüberliegenden, eigentlich für Kleinkinder gedachten, antikem Autofahrdienst, so sag ich mal, war Maskerade angesagt. Mittelalterliche Kleidung und wirklich wohlklingende Töne sagten mir sofort: "Das muss etwas Besonderes sein."

Das Besondere war,  wie ich später auf einem Plakat las, eine Erstaufführung der Extraklasse. Die Pocket Opera Comp./POC zeigte hier eine abgewandelte Form des "Freischütz" - in Fahrgeschäften auf dem Volksfestplatz in Nürnberg.
Ich war begeistert und nahm ein paar Aufnahmen mit nach Hause. Das ließ ich mir natürlich nicht entgehen.





 

So ein kleines Highlight vor dem Mittagessen, während daheim das mittägliche Sonntagsschäuferle seiner hoffentlich gelingenden Vollendung entgegen bruzzelte - wirklich fantastisch!

Ein Blick auf die Uhr sagte mir: Es war Zeit zum Zurückradeln, damit der Braten auch noch gelingt. EIN Braten war ja schon mal gelungen: Das Kurzerlebnis mit Schnelldurchlauf auf dem Herbstvolksfest in Nürnberg!
Eine Woche ist ja noch geöffnet, da ist bestimmt noch ein längerer Lauf geplant, der nicht den drängenden Hintergrund im Nacken hat, dass der Braten zuhause anbrennt (tat er übrigens auch nicht, war genau richtig, als ich zuhause eintrudelte).











Freitag, 4. Juli 2014

Diebe haben vieeel Zeit ... besonders vormittags.

... laufen  unauffällig spazieren, spähen in Ruhe das "Objekt ihrer Begierde" aus, um dann im passenden Moment spontan zuzuschlagen.

Das war schon immer so.

... und schließlich kann es ja praktisch jeder gewesen sein.

Eine ruhige Wohnlage sagt noch lange nichts darüber aus, ob man auch SICHER ist. Gerade die Ruhe und Idylle lässt vieler Diebe Herzen manche Takte höher schlagen. Allein, da könnte was zu holen sein, lässt sich schon oft aus dem Äußeren erkennen.

Vielleicht darf man das ja nicht öffentlich sagen, aber seit die Grenzen praktisch grenzenlos sind, steigt die Kriminalität an. Das lässt sich nicht leugnen.
Bisher fühlte man sich sicher. Doch Kleinigkeiten sind es dann doch, die einen immer mehr nachdenklich stimmen.
Die Raserei auf den Straßen - noch dazu in der Innenstadt - lässt sich offenbar nicht eindämmen. Manchmal beschleicht einen doch das Gefühl, dass gerade Verbote noch mehr "Aufmüpfigkeit" hervorrufen. Aber wie soll man auch dagegen angehen?
Vielleicht sind es auch die vielen Einengungen. Überall noch mehr Tempolimits, dabei will man doch sein teures Auto zeigen. Besonders die Grenzen testen. Nur: Wo soll und vor allen Dingen darf man das denn tun?
Es gibt nirgends "Rennstrecken", wo die PS-starke Technologie getestet werden darf. Zumindest schon gar nicht in einer dicht besiedelten Gegend. Ist ja auch verständlich.  Und manche ruhige Straße lädt dann doch verstärkt dazu ein. Allein der kürzliche Unfall einer 18jährigen Skaterin auf der Großen Straße in Nürnberg, wo jegliche Vernunft zum Stillstand kam.
Tempolimits nutzen da wenig. Denn Schilder sind besonders für alkoholisierte Fahrer nicht mehr wahrnehmbar.

Das hat jetzt sicher nicht so direkt etwas mit der steigenden Kriminalität zu tun. Oder vielleicht doch ein wenig?

Die Verkehrslage ist oft prekär. Täglich staut es sich.  Die Öffentlichen streiken dazu. Wie soll man dann zu seinem Ziel kommen? Da bietet sich doch die altbewährte Methode an: DAS FAHRRAD!

Schon immer ein billiges und dazu noch gesundes Verkehrsmittel. Und ein Parkplatz ist garantiert sicher. Für den Regen gibt es ja schließlich praktische Kleidung.  Das einzige Manko ist dann vielleicht der innere Schweinehund, die Faulheit schlechthin, die der Radlerei entgegensteht.
Und natürlich oft der Zeitdruck.
In großen Städten wie z.B. München sieht man aufgrund des täglichen Stauaufkommens sehr viele Fahrradfahrer, die sicher nicht der unteren Arbeiterschicht angehören. Mit Anzug und Krawatte, Aktenkoffer sieht man die durchaus bessere Gesellschaft durch das Verkehrsgetümmel flanieren.
So ein Fahrrad ist also nicht nur Freizeitbeschäftigung für das Wochenende, sondern ein Allround-Fahrzeug, das vom täglichen Einkauf bis zum sportlichen Event auch das Arbeitsleben mit einbezieht. Da bietet es sich an, dass es zur Grundausstattung eines jeden Haushalts gehört.

Der Radboom ist bestimmt auch daher ungebrochen, wenn nicht sogar noch verstärkt. Auch aufgrund der immer dichter werdenden Bevölkerung. Viele jedoch können es sich nicht leisten - haben nicht die finanziellen Mittel -, ein Zweirad anzuschaffen. Gebrauchte Fahrräder sind daher willkommen. Sie bieten genau das, was besonders der Mittellose oder zumindest der immer knapp bei Kasse Befindliche als ideale Lösung sieht.

So verzeichnet mit Sicherheit der Handel mit gebrauchten Fahrrädern ein Umsatzplus, mehr noch als vor Jahren, wo sich jeder lieber ein neues Rad gekauft hatte. Neu muss nicht immer besser sein.  Billigware, heißt wo die Qualitätseinbußen eben beträchtlich sind, ist nicht angesagt. Den Preis dafür investiert man dann doch lieber in ein gebrauchtes, dafür technisch einwandfreies, obwohl überholtes Zweirad. So ist man sicher, einmal gute Qualität erworben und zum anderen Geld gespart zu haben. Ein paar Kratzer am Lack schaden schließlich der Fahrtüchtigkeit nicht und denkt dazu noch an die eventuellen Diebe, die dann vielleicht doch eher Abstand davon nehmen.
Ein schon gebrauchtes Fahrrad lässt sich bestimmt schlechter verkaufen!???

Angesichts des immer schwächer werdenden Haushaltsbudgets, würde ich eher auf das Gegenteil tippen. Da ist die Überlegung da, sich lieber ein gebrauchtes anzuschaffen, anstatt verschuldet von Monat zu Monat zu pilgern. Das gesparte Geld lässt sich schließlich in anderes investieren, das man auch noch dringend bräuchte.

Ein Billigrad war auch bei mir angesagt. Aus obigem Grunde und auch mit der Überlegung, ein Zweit- oder vielmehr Ersatzrad ist ideal. Ideal deshalb, da schnell mal ein Malheur passiert, ein platter Reifen das totale Aus bedeutet. Und ausgerechnet dann, wenn man es noch eilig hat, die Bahn vielleicht auch noch weggefahren ist, und man dann auf jeden Fall mit Zuspätkommen rechnen müsste.

So ist es eine feine Sache, den zweiten Drahtesel schnell zur Hand zu haben. Das Reparieren lässt sich dann noch etwas aufschieben und in Ruhe einplanen.

Gedacht, getan. Das Zweitrad ist zur Stelle. Günstig erworben von einem Fahrradhändler, der sich auf Gebrauchträder spezialisiert hatte. Eine Probefahrt getätigt. Alles war in Ordnung und technisch einwandfrei, von daher der Kauf perfekt. 200 Euro, obwohl kein Markenrad, doch für mich ok,  besonders, da ich beim Probefahren gleich mit der 7-Gang-Nabenschaltung Freundschaft geschlossen hatte.

Drei Monate in Betrieb und bestimmt schon hundert, unter Garantie noch mehr Kilometer mit dem Rad absolviert. Das leichte Quietschen war nicht so schlimm. Ein wenig Öl und Säuberung und wieder war es top!

Oft stelle ich das Fahrrad einfach vor das Haus, wovor sich ein Fahrradständer befindet. Darin ketteten auch andere Hausbewohner ihr Fahrrad an. Gut getarnt in der Mitte, da es nach meiner Meinung eher unauffälliger wirkt, von Dieben vielleicht auch weniger Beachtung finden würde. So auch dieses Mal.

An einem ruhigen Tag - vormittags flanieren wenige Leute vorbei -, fange ich schon zeitig an mir Gedanken über das Mittagessen zu machen. Es ist kurz nach zehn. Mein Blick aus dem Küchenfenster hinunter auf die Straße sagte mir, es tut sich nichts draußen. Ruhe ...
Oft sind gerade solch ruhige Tageszeiten anscheinend ideal, in die sich Verbrechen perfekt in den Tagesablauf hineinschieben lassen. Meinen könnte man es zumindest.
Irgendwie hatte ich das ungute Gefühl, einmal kurz nach unten zu gucken, über die Balkonbrüstung einen schrägen Blick zu wagen. Auf mein an den Fahrradständer gekettetes Rad. Mit einem kräftigen Schloss hatte ich es miteinander verbunden.
Alles ruhig. Keine Menschenseele draußen. Die Fahrräder alle vorhanden. Auch das meinige.
Wie schön. Ich ging wieder hinein, um mich der Vorbereitung des Mittagessens zu widmen, vertiefte mich darin. Dann läutete es. Es läutete auch nebenan.
Ich schaute nicht hinaus, meinte es wäre der Postbote, der sicher beim Nachbarn seine Ware an den Mann brachte und kümmerte mich nicht weiter darum.
Irgendwie war ich dann aber doch neugierig. Es ließ mich instinktiv nicht los, hinauszuschauen. Unten, vor dem Haus, stand ein Polizeiwagen. Zwei Polizisten stiegen aus. Sie gingen zu den Fahrrädern. Nicht weiter interessant soweit. Doch es wurde dann mehr als interessant!
Jemand rief von unten zu mir hoch: "Ist das nicht ihr Fahrrad oder wissen sie vielleicht, wem es gehört?" und deutete auf ein weißes Damenrad mit Korbvorsatz.

Und natürlich wusste ich, wem das Rad am Fahrradständer gehörte! Es war meins!
Allerdings schien etwas damit nicht zu stimmen, denn der eine Polizist fragte, ob ich einmal herunterkommen und bestätigen könne, dass mir das weiße Fahrrad auch wirklich gehört.
Jetzt verstand ich nichts mehr. Was war da los?
Ich ging hinunter  - und dachte mir beim Hinuntergehen, vielleicht ist das gebrauchte Rad ja einmal  gestohlen worden und dann verkauft? - schaute mir die Sache genauer an.
Der Polizist erklärte, dass ein Hausbewohner einen kräftigen Mann mit Werkzeugtasche vor dem Haus ein paarmal auf- und abgehen sah. Das kam ihm seltsam vor und behielt ihn im Auge.
Sah dann auch, dass dieser Mann (Typ lustigerweise Panzerknacker wie bei Donald Duck) mit einer Zange das Fahrradschloss knackte. Und gerade als er es geschafft hatte, ging er hinaus.
Das erschreckte den Dieb anscheinend so spontan, dass er kehrt machte und verschwand.

Eine lustige Geschichte. Irgendwie und doch wieder nicht.
Glück im Unglück hatte ich jedenfalls und dankte dem Hausbewohner. Obwohl noch jemand anderer, den ich jedoch nicht kannte, per Handy sofort die Polizei anrief.
Der Dieb konnte durch die Aufmerksamkeit des Hausbewohners gut beschrieben werden. Und sicher wird er sich so schnell nicht mehr zutrauen, gerade vor unserem Wohnhaus an einen Diebstahl überhaupt zu denken. Angesichts so aufmerksamer Hausbewohner tut sich da jeder Dieb schwer.
Würde es noch mehr solch interessierte Menschen geben, könnten viele Verbrechen von vorneherein vermieden werden.

PS: Wenn ich jetzt nicht zuhause gewesen wäre, wäre mein Rad trotzdem nicht mehr da. Die Polizei hätte es mitnehmen müssen. Zur Sicherheitsverwahrung. Und ich hätte den Schrecken wohl länger zu tragen gehabt. Obwohl es ja gottseidank noch "gerettet" werden konnte.
Ich musste einen Nachweis erbringen, dass dieses Fahrrad auch mein Eigentum sei. Froh war ich da,  dass ich doch ein recht ordentlicher Mensch bin, und Belege aller Art gut aufbewahre.
Die Sache war dann auch schnell erledigt.
Das Rad steht nun vorsichtshalber erst mal gut weggesperrt. Man weiß ja schließlich nie ...







Sonntag, 29. Juni 2014

WM 2014 - Deutschland/USA - ungeahnt brichts aus dem Dickicht.

Fußball ist echt nicht mein Ding. Manche Dinge bekommt man auch so mit.
An einem sonnigen Abend. Es herrschte Stille im sonst so lebhaften Park.
Spiel Deutschland gegen die Amis (die Amerikaner oder auch die Staaten) war im Gange.
Für mich eher so, dass mich die "Atmosphäre der Ruhe" anzog. Verkehrsstraßen, die zu diesem Zeitpunkt abends um sechs proppenvoll waren und Hupkonzerte sich mit Verkehrsdränglern aller Arten vermischten, offenbarten ihre wahre Schönheit.
Schönheit in dem Sinne, dass man sich mal so richtig den Asphalt per Vergrößerungsglas verinnerlichen konnte/könnte, so man wollte. (Spaß)

Mit dem Radl eine schöne Innenstadttour ist da genau richtig. Hinunter zum Wöhrder See. Da ist ja immer der Bär los, wies im Plattdeutschen heißen mag.
Die quellenden Menschenmassen fehlten zu diesem Zeitpunkt völlig. Stattdessen satte gezählte Menschenzahl von sagenhaften drei Stück, wies oft in den Medien so angesagt wird. Ein halber war dann höchstens noch ein Hund. Aber nicht mal den konnte man ausmachen.

Weiter vorne die Bierlaube, woran die Sinneseindrückenanlage grenzt. Da konnte man die gepressten Menschenmassen, allesamt auf Biertischen sitzend und in eine Richtung magisch schauend, ausmachen. Blickrichtung folgend dann ein Flachbildfernseher, worauf, wie's halt beim Fußball so passiert, zweiundzwanzig Mann einem einzigen schwarzweißen runden Etwas hinterherhecheln, nicht wissend anscheinend, dass ein paar hundert Meter weiter Richtung Innenstadt durchaus ein neues Exemplar in bestimmt auch 22facher Ausfertigung käuflich zu erwerben ist.
Gut, Fußball ist eh für mich nicht recht fass- und greifbar, von daher ...

Ich setze mich am Ufer der Pegnitz auf eine Parkbank. Das Ufer ist mit dichtem Busch- und Blattwerk kleinerer und größerer Standards umsäumt. Recht idyllisch also.
Ich genieße den Ausblick auf die vor mir liegende Grünanlage, auch einfach und schlicht Wiese genannt. Die Ruhe schon wirklich bemerkenswert.

Ab und zu fährt in halbem Meter Abstand ein Radfahrer in gemütlicher Ruhe vorbei - anscheinend will der die Ruhe nicht durch Hektik zerstören. Weiter rechts dann etwas gedämpft der Lautsprecher des Fernsehers. Stille. Alles hört und schaut magnetisiert auf die Flachbildwirkung.
Ein Tor ist noch nicht gefallen, sonst wäre die Ruhe längst dahin.

Dann wird mir die Ruhe doch ein wenig zu viel und stehe auf, nehme meinen an die Bank gelehnten Drahtesel und will ein paar Schritte gemächlich weitertraben. Genau in diesem Moment raschelts. Im Gebüsch. Vor mir. Ich kann nicht recht ausmachen was es ist.  Größer muss es schon sein. Vielleicht ists jemand, der die Idylle näher wollte und womöglich die Füße in den Fluss baumeln lassen wollte?
Eine kleine, doch schon zwei Meter hohe Neubuche wedelte beträchtlich hin und her. Nein, es wehte kein Wind, eher gar kein Lüftchen bewegte sich ansonsten.
Jetzt wirds aber doch mehr als interessant. Ich schaue näher hin. Doch etwas unsicher. Die Neugier siegte trotzdem.
Ein großer brauner Kopf lugt zwischen den Bäumen hervor. Recht groß. Ein Tier! ... war schonmal gewiss. Kein Mensch säumte ansonsten den Weg. Nicht die Wiese.
Mich lauste der Affe ... wie ich vielleicht spontan die Sachlage ausdrücken würde: EIN BÄR!?!

Zwei dunkle Knopfaugen schauten mich an. Ich schaute zurück. Ein kurzer Moment der Unsicherheit auf beiden Seiten. Nee, ein Bär mitten in der Stadt, ist wohl unrealistisch.

... dann fiel die 2-Meter-Neubuche mit einem Knack von unten und schnellem Rascheln um. "Der Bär" zeigte sich beim Umdrehen. Jetzt war ich doch erleichtert: Es war kein Bär oder sonstiges Untier, es war ein ausgewachsener Biber, der sich da bei Ruhe im, vielmehr vor dem Gebüsch sein Nestmaterial zusammensuchte und sich ansonsten offenbar wenig mit der Angst beschäftigte, es könnte vielleicht Gefahr für ihn drohen.

Für mich war der spontane Schrecken allerdings schon groß und gottseidank beendet, ... wenn man so überrascht wird - ein kleines Monstrum im Gebüsch wohnt und sich nach Lust und Laune bemerkbar macht, dann war die Angst eher auf alle Fälle meinerseits.

Biber sind ja gottseidank keine Menschenfresser. Menschenerschrecker schon eher. Besonders, wenn man einfach nicht mit ihnen rechnet, nicht wissend, welche Größe so ein Nager haben kann.

Ich stieg auf mein Rad und radelte weiter. Schauen, wie die "Ruhe" der WM in der Nürnberger Innenstadt ansonsten noch so ausschaut.

................................................. Gestern/Sonntag habe ich einen kleinen Rundgang gemacht. Um den Dutzendteich. Das Autorennen war gerade beendet und jedermann konnte hindurchflanieren. Ein Nest schwamm seitlich im See. Eine Familie mit ihrem kleinen Sohn auf dem Fahrrad flaniert auch hindurch. Der Sohn voraus und blieb auf meiner Höhe stehen, sagte: "Guck mal, da ist ein Bibernest!". Ich war überrascht, wie Biber anscheinend in dieser Stadt so aktuell sind, dass schon kleine Kinder wissen, was ein Biber eigentlich ist, und dass er Nester baut.
Ich wusste nicht, ob es sich um ein Bibernest handelte. Angesichts der vielen Schwäne, Enten, Perlhühner & co. tippte ich zwar eher auf diese. Die Möglichkeit, es könnte ein Bibernest sein, war jedoch gar nicht so abwegig.

Freitag, 21. Februar 2014

i like München - 1. Teil, Busfahren.

Schon immer mochte ich das Getriebe der Großstadt. Auf dem Lande aufgewachsen, war es als Kind für mich ein Großereignis, einen Stadtbummel mit Muttern zu unternehmen. Allein sicher das Fahren mit der Eisenbahn hatte was Besonderes. Vielleicht lag es auch einfach nur daran, dass es schlichtweg nicht täglich passierte.

Wie es auch sein mochte, die Spannung war unbeschreiblich. Da durfte man sein Sonntagskleid anziehen. Die Sonntagsschuhe wurden geputzt und die "gute" Tasche mitgenommen. So richtig fein wie eine erwachsene Dame, was sicherlich mit das Schönsein, das Anderssein, das schlichtweg Besondere ausmachte. Einmal weg aus dem Alltag, sicher der Tristesse oft aus dem Landleben. Dort, wo es in den Sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts schon eine Attraktion war, wenn mal der Bierlaster kam, und die Gastwirtschaft ein paar Häuser weiter mit klappernden Bierkästen und oftmals im Sommer den Riesenstangen aus Eis für die Kühlung geliefert wurde. Feste gab es auch nur selten und von daher umschwebte so ein Besuch in einer Großstadt, die für mich einfach, weil naheliegendst, Nürnberg war, eine Aura des Besonderen, Schönen, halt einfach Außergewöhnlichen.

Nürnberg wurde dann auch meine Heimatstadt. Dort lebe ich nun seit vierzig Jahren.
Nürnberg hat sich verändert. Das Flair des Besonderen hat seinen Glanz verloren. Sicher nicht nur deshalb, weil es Gewohnheit wurde, sondern auch die Tristesse, wenn viele feine Geschäfte schließen und anstelle dieser Billig- oder Cent-Läden einziehen, die den faden Beigeschmack von Niedergang in sich tragen. An vielen Stellen dieser Stadt leerstehende Schaufenster, oft auch Schmutz, der nicht beseitigt wird. Tja ... im Gegensatz dazu dann die seit Jahren anstehenden Groß-Events, die nicht so recht ins Stadtbild passen wollten. Krass der Gegensatz. - Diese, meine Ausführungen, sind nur persönliche Ansichten, das angemerkt.

Deshalb vielleicht auch zieht es mich weiter. Oder es ist einfach eine Art Kurzurlaub, der zieht?

München. Bayerische Großstadt. Mein erster Besuch war vor Jahren in der Schulzeit. Ein Besuch am Rande der Stadt mit der Schulklasse. Gemälde. Diese Aura des Schönen. Das Flair des Besonderen. Die Größe, Weite, sicher auch Ferne. So richtig konnte man das nicht beschreiben.
Vielleicht auch das Lebendige, das Umtriebige, das ständige LEBEN? ...
...  sicherlich. Ja, das war der Punkt!

Inzwischen sind aus dem einen Mal einige geworden. Wobei ... soviel nun auch wieder nicht. Ich denke nach und komme auf insgesamt fünf. Richtig ausgekannt hatte ich mich ja nie. Bei meinen letzten beiden Besuchen war es eine neugierige Busfahrt.  Eine solche von Günstiganbietern. Im vorigen Jahr sind sie so richtig auf Touren gekommen. Und das nicht nur wörtlich gesehen. Die Fahrten sind auch mehr als günstig. Billig kann man das durchaus nennen. Wobei ich nicht sagen kann, dass die Fahrten jetzt horrend seien. Nein, absolut nicht. Pünktlichkeit steht an erster Stelle. Die Fahrer immer sehr nett und zuvorkommend. Sogar Getränke wie auch in anderen, wesentlich teureren Busfahrten sind günstig erhältlich. Wer eben möchte.

Dieses Mal war die Fahrt ein Klacks. Geldlich gesehen fast ein Minibetrag. 5 € für die Hinfahrt um acht, nachmittags dann 8 €. Zusammen also gerade mal 13 €. Billiger als Bahnfahrten hier in unserer Nähe. Allein ein Tagesticket für die U-Bahn kostet schon 5 €. Und dafür kann ich nur im Umkreis Rand Nürnberg fahren.

Auch mit dem Auto - Benzinpreise sind sowieso ein besonderes Kapitel - könnte ich praktisch bei über 200 Kilometern, die von hier nach München anfallen, schon das dreifache berappen. Fällt also sowieso flach; vom Stress mal ganz abgesehen.

Und da ich mal wieder freie Zeit zur Verfügung hatte. Nach meinen Recherchen im Net auch das Wetter optimal zu werden schien, buchte ich fluggs frühmorgens um sechs Hin- und Rückfahrt nach München. Zwei Stunden später saß ich schon im Bus.

Sicher war es der mehr als günstige Preis. Denn der Bus war wirklich fast vollbesetzt. Die genaue Berechnung auf dem Navi, welche man wie im Flugzeug genau verfolgen konnte, stimmte auch exakt bis auf zwei Minuten. Interessant, diese zwei Minuten sind wir auch später weggefahren.

Besonders lustig und interessant sind immer wieder solche zusammengewürfelten Mannschaften an Menschen. Solche, die sich meist nie zuvor gesehen hatten und nun gemeinsam in einem Bus eine Fahrt antreten.  Manche lernen sich kennen. Finden sich sympathisch und quasseln praktisch bis zum Halt. Die meisten sind mit sich beschäftigt. Lesen Zeitung, Zeitschriften, packen ihre Stulle aus oder rascheln vielversprechend mit Tüten, worin sich Süßes, Knabberzeug und ähnliches befinden.

Die Mischung altersmäßig war gut gemischt, so fand ich. Grinsen musste ich allerdings, dass einige junge Leute so richtig alterstypisch ihr Smartphone, verbunden mit Ohrstöpseln und sogar Laptops aus ihrem Rucksack beförderten und offensichtlich keine Sekunde offline sein konnten. Die Sucht oder vielleicht auch einfach Gewohnheit war offenbar.

Ich selbst verkrümelte mich auf die lange Rückbank am Schluss. Ziemlich am Fenster. Das gefiel mir. Dort konnte ich auch alles gut überblicken. Land und Leute betrachten. Ja,  ich gebe zu, ähnlich wie ein Kaffeegast in einem Cafe mehr zum Schauen denn zum Trinken zu kommen.

Etwas Besonderes gab es während der Fahrt allerdings dann doch nicht zu sehen. Außer dass auf einmal eine ältere, korpulente Frau, die ständig das Butterbrot zu wechseln schien, offensichtlich beim dazugehörigen Trinken aus ihrer Plastikflasche den Drehverschluss verlor. Dieser rollte ein Stück den Gang entlang und sie hatte der Ordnung halber nichts Besseres zu tun, als aufzustehen und dem Käpsel hinterherzujagen. In gebückter Haltung suchte sie, von teilweisem Ruckeln des Busses begleitet, den Verschluss, welcher sich mit ihr, so schien es, einen Spaß machte. Rollte hin und rollte her. So dass sie in gebückter Haltung vor- und zurückhopste. Fast wie ein Kaninchen, aber nur fast. Zwei-, dreimal und sie hatte den schabernackigen Drehverschluss im Griff. Setzte sich wieder und schraubte ihn daraufhin fest zu. Die Flasche verschwand in einer Tasche. Dann fand kein interessantes Vorkommnis mehr statt.

Dazu: Interessant dabei ist die allgemein verbindliche Anschnallpflicht. Der Busfahrer wies darauf hin. Die Mehrheit hielt sich daran. Nur daraufhin folgte der Hinweis auf die Toilette, welche natürlich jederzeit benutzbar sei. Hier die Sauberkeit, die man bitteschön beachten sollte. Weiterhin dass bei Fehlen jeglicher Hilfsmittel, wie etwa der Papierrollen zum Händewaschen und nicht nur, dies dem Fahrer zu melden sei. Was ja im Laufe von über zwei Stunden Fahrt sowieso unmöglich gewesen wäre, diesen Forderungen nachzukommen.
Letzte Sätze, gesprochen oder auch in Schriftform, bleiben bekanntlich besonders im Hirn verankert. Dies konnte man auch folgend sehen.
Das sogenannte "Männleinlaufen", was soviel hieß wie: Natürlich musste die Sachlage gleich mal gepeilt werden! ... als wenn es nichts Besseres zu tun gäbe (gab es ja auch kaum), wurde die Toilettenbegebenheit sogleich von einigen in Augenschein genommen - die Toilette, die Toilette, die Toilette! 
Der Bus fuhr inzwischen schon längst los und die Anschnallpflicht war offensichtlich passé; aus dem Hirn verschwunden, entrückt.
Wozu diese dann gut sein sollte, fragt man sich schon! Kann denn während des "Männleinlaufens" oder sonstiger Suchaktionen, wie sie dato ja auch (und sicherlich nicht nur hier) stattfanden, kein Unfall passieren? Die Insassen sind dann anscheinend von ihrer Pflicht befreit. Haftet dann das Busunternehmen?
Dies meine Gedanken dazu.

Ja. Busfahrten allein sind schon eine interessante Geschichte. Was halt daran liegt, dass Menschen nun mal Individuen sind. Jeder sich und seinen Charakter mit einbringt. Und wenns nur das Busfahren ist. Das gemeinhin eigentlich, ja eigentlich, nichts Besonderes darstellt.

(Der 2. Teil mit dem Besuch und netten Ge"seh"nissen folgt demnächst. Also dranbleiben, wens interessiert!)

Sonntag, 29. Dezember 2013

Drei im Wegg(ck)la - Drei Bratwürste in einem Brötchen

Die "Drei im Weggla" - soll heißen 3 Bratwürste in einem Brötchen - sind doch immer wieder sogar in der Urheimat des Bratwurstverdrückens strittig. Eigentlich ist mir persönlich das eher weniger aufgefallen. Weil Weckla mit ck oder mit gg waren eh immer dieselben. Und beim Reinbeißen wars praktisch wurscht, mit welchem der Buchstaben es bestückt sei.
Das Innenleben war wichtig. Und mitnichten die Bratwürstchen. Ein Batzen Senf obendrein das i-Tüpfelchen.

Sogar auf dem Christkindlesmarkt sind die Aufschriften auf den Verkaufsständen urtümlich in offensichtlich falscher Schreibweise gedruckt. Die zwei "gg" sind dafür prädestiniert, das Brötchen oder auch die Semmel zu einem richtig Nürnberger Original zu machen bzw. dass es dasselbe auch bleibt.

Die Sache ist ja ausführlich beschrieben bzw. recherchiert. Das fand ich richtig interessant. Auf dem Kochblog von Herrn Peter G. Spandl Nürnberger Bratwurst-Impressionen genauestens.

Mich hat das offensichtlich noch immer beschäftigt. Weil mich heute auf meinem sonntäglichen Morgenspaziergang, welcher ja meist und oft entlang und drumherum am nahegelegenen Dutzendteich stattfindet, die Inschriften mancher Imbissbuden doch nachdenklich  stimmten.

Bevor man nämlich die Große Straße überqueren mag und will und möchte, bleibt  man vielleicht nach Belieben an einem schon lange ansässigen Imbissstand hängen. Dort gibt es kleine Vespermöglichkeiten wie unter anderem auch die berühmten Nürnberger. Hier also fiel mir die Schreibweise doch tatsächlich auf und machte gleich mal ein Ablicht davon. Sozusagen zum hieb- und stichfesten Zeigen des "Corpus deliciti".


"... aha", dachte ich mir da, "... das richtig fränkische Schreiben ist also doch noch nicht abhanden gekommen, denn die Brötchen, Semmeln, runden Dinger halt, in welchen zwangsversteckt die drei Bratwürstschen im Beisein von einem Klecks Senf ihr Dasein zeigen, werden da doch tatsächlich mit zwei "gg" geschrieben ..."

Zufrieden bin ich dann, etwas grinsend doch, über die "Große Straße" gewandert. Mein Blick fiel dabei genau und doch direkt auf die nächste Bude, welche im Grunde fast dieselbe Auswahl an schnellen Genüssen bietet.
Doch hier gibts und gabs dann offensichtlich doch Unterschiede bezüglich der knirschenden Weißbrotbei- und auslage. Die "Drei" gabs nämlich schon auch im Brötchen. Diesmal aber dann offensichtlich knirschender, denn mit zwei "gg", sondern knacksicher offenbar mit "ck" an der richtigen Stelle und abgehackt mit einem kleinen Apostroph. Denn das "la" sollte vielleicht auch ein kleineres ausdrücken. Was ich jedoch nicht so genau weiß. Denn die Bude hatte so früh am Sonntagmorgen noch nicht geöffnet. So dass ich das Beweisstück leider nicht real begutachten konnte. Die Untergliederung der Bratwürste in "Paar" und "Fränkische" ja auch nicht.


"Wurscht" ist es wahrscheinlich auch hier, denn der "Hunger treibts nei" und so gesehen hat es dann eh noch keiner gemerkt, wenn man die "Drei im Brötchen", sag ich jetzt einfach mal hochdeutscher, mit ein, zwei Bissen verinnerlicht hat. Der Genuss war garantiert trotzdem derselbe, davon bin ich überzeugt.


Donnerstag, 5. Dezember 2013

Christkindlesmarkt Nürnberg 2013

Advent ist es. Die ersten Tage verflossen. Verflossen noch nicht die Eindrücke. Kommen werden sicher noch einige.

Der Christkindlesmarkt in Nürnberg. Auf dem Hauptmarkt, inmitten der Marktfläche. Jedes Jahr ein Towuwabohu, was zu hochdeutsch vielleicht heißen mag: "Menschenmassen, die sich im Quetschverfahren durch enge Gassen schieben und dabei möglichst viel gesehen haben wollen oder vielleicht auch nur gesehen werden wollen!"


Wie dem auch sei.
Natürlich bin ich als nun wirklich eingefleischte Nürnbergerin jedes Jahr auf dem Markt. Obwohl ich meist nur durchflaniere, gibt es jedes Jahr neue Entdeckungen zu machen. Oft sind es neue Anhängsel an den zu den Festtagen zu schmückenden Baum. Und da ich ein Kaffeenarr bin, sind mir selbstverständlich schon fast diese niedlichen, in Glaskugelmaterial verpackten Baumanhänger gleich ins Auge gefallen.




Bilder, Fotos, Eindrücke kommen ja zuhauf und von daher machts wenig Sinn, die überall anzubiedern, weshalb ich sie einfach und spontan in meinen, diesen Blog, verbanne. Das Persönliche bleibt da doch mehr gewahrt.

Zur Tageszeit ist eine Art Nüchternheit angesagt. Die Buden strahlen diesen Zauber nicht in der Art und Weise aus, als wenn man abends und nachts durch die nostalgischen Budengassen wandert. Deshalb sind die Eindrücke anderer Natur. Das Flair der Weihnacht mehr vorhanden.

Die Budenbesitzer hab ich zwar nicht gefragt, ob eine breite Veröffentlichung gewollt ist, bin mir angesichts der Werbung jedoch sicher, dass das gerne gewollt ist. Ansonsten entferne ich selbstverständlich jedes veröffentlichte Bild, welches nicht im Sinne des/der Betroffenen sein sollte. Leute/Menschen, die zufälligerweise dort vertreten sind, habe ich unkenntlicher gemacht.






Die diesjährigen Glühweintassen sind aus Milchglas. Endlich mal welche, die mir wirklich gefallen. Und werden daher zu meinen Tassensammelobjekten hinzukommen. Obwohl ich Glühwein ehrlich gesagt nicht so mag, weil schlichtweg zu süß. Daher wird er auch selbstgemacht.

Aus Rotwein, Gewürzen wie Zimtstangen, Nelken, Anis, Zitronen- und Orangenscheiben, ohne Zuckerzusatz hergestellt.
Trotzdem ... die Tassen haben mein Sammlerherz dieses Jahr erobert!






Der am ersten Adventssonntag leergekaufte Zeitungskasten hat mir auch gefallen. Die Überschrift ließ mich schon schmunzeln.

Frage mich, wie man die Besucher genau auf 30.000 festlegen will. Auch weil die ja beim Zählen sicher nicht stehenbleiben ;)

Ein wenig Humor schadet da ja nicht.










Mein erster Kauf auf dem Markt waren nicht wie man sich vielleicht jetzt spontan denken mag, die "Drei im Weckla" oder auch zu hochdeutsch "3 Stück Bratwürste in einem  Brötchen".

Auch keine Lebkuchen, obwohl ich da auch meine Lieblinge habe, sondern das "Hutzelbrot", Früchtebrot genannt.

Natürlich gibts da auch haufenweise. Da suche ich mir immer die großen Scheiben aus. Die, die mit den extra großen und vielen Früchten.




Die nächsten Aufnahmen sind aktuellerer Natur, heißt, ein paar Tage später aufgenommen.
Frostig kalt wars da, obwohl zuvor der milde Winter sein Zeigen hatte.
Trotzdem hat es mich wieder gereizt, da - obwohl nur mit dem Smartphone - ein paar Klickse einzuheimsen.


Ich bin ja schon ein wenig hinterhältig, denn ich fahre meist nicht direkt ins Geschehen, sondern schleiche mich fast schon fies von hinten ran (Spaß.).

Jedenfalls ist meist die Burg dran. Von dort kommt auch jedesmal  eine Aufnahme mit.  Die Sicht über die Stadt hat immer einen anderen Charme. Von daher ...






Wegen der frostigen Temperaturen um den Gefrierpunkt herum fanden sich wohl wenig Besucher auf der Freifläche zum Schauen ein. Vielleicht auch einfach, weils Mittwoch war.

Der mit sicher mehr als tausend Lichtern geschmückte Weihnachtsbaum ist das Prunkstück dort. Gut, was anderes gabs in punkto Weihnachten auch nicht zu erspähen.


Frostig kalt wars da.










So ... und jetzt kommen noch ein paar Eindrücke vom wirklichen Geschehen. Dafür war Bergablaufen angesagt. Unten im Tale sozusagen war das Flair ein ganz anderes. Die Sauf- und Fressbuden, wie wir so platt zu den weihnachtlichen Imbissbuden sagen, waren sicher der größte Anziehungspunkt. Besonders in den Abendstunden ein schöner Treffpunkt, um den Tag ausklingen zu lassen.










Sicher bin ich mir, dass noch Aufnahmen hinzukommen. Das Flair der Vorweihnachtszeit hat schon was sehr Faszinierendes, finde ich ...

am 23. Dezember noch ein Rundgang mit Fotos zum Anschauen.  

Auch hier noch weitere Eindrücke vom Nürnberger Christkindlesmarkt im speziellen Foodblog
des Herrn Peter G. Spandl/Aus meinem Kochtopf

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Nullpunkt vor dem Gefrierpunkt

... frage nicht ...
... im Getrudel des Gedränges ist man doch eine hilflose Wurst. Eine solche, die sich am liebsten selbst aus der Pelle schälen würde, um das Engegefühl einigermaßen erträglicher zu gestalten.

... puuh ...
... das war wieder einmal geschafft!
Aufatmend suchte ich meinen Fahrradschlüssel, um die Sachlage mit einem Glücksgefühl abzuschließen.
Ja, das ist schon so. Eine Fahrt mit dem Drahtesel ist für mich schon so, als entflöge ich dem Stress in unendliche Ferne.
Fernerhin sich die quetschende Menge, die sich als Masse an Lebenden ausweist, in wohlwollende Luftwölkchen auflöst.

Meine duftend heiße Tasse Kaffee schon vor dem gedanklichen Auge dahinwellend, trat ich auch sogleich schneller in die Pedale als sonst üblich. Freute mich einfach. Und ein "Das-war-geschafft-Gefühl" stellte sich vornedran.


Schön ist so ein Markt ja schon. Irgendwie. Irgendwo. Egal welcher.
Dieses Mal wars halt ein Weihnachtsmarkt.

"Ich muss das sehen!
... will mitreden!
 Ich will das hautnah erleben!"
... solche Gedanken sprießen auch sogleich beim Lesen, Wissen, Mitteilen.
... und man tut dann fast wie von Sinnen alles, um
... ja ... um nix zu verpassen! Das ist der springende Punkt!

Allerdings verliert sich das Glitzern, der Glanz, das Prickelnde vielleicht auch, doch oft schnell in der Massenansammlung der Erdrückung, weshalb ein Rauschgoldengel namens Reißaus blitzschnell über derselben schwebt.

Gekauft habe ich nicht mal eine Semmel. Eine sonst ja standardmäßig Übliche, welche meist mit ausfließendem Sabber- und Schimpfgelage endet. Nämlich, weil der Senf "aus dem Weckla" läuft, trieft, tropft. Meistens noch die Vordersicht der Winterjacke versaut und somit die Laune mit in die Tiefe rutscht. Naja ... Nullpunkt vor dem Gefrierpunkt halt!

So ein Besuch in einem Marktgedränge hat schon was. Irgendwie spannend und doch ...
Frustration macht sich oft schneller breit als man denkt. Wutausbrüche im Geheimen und manchesmal auch spontan seinem Nächsten ausdrückend, treten zutage, wobei ich ja jetzt nicht zum Ellenbogen-in-die-Magengegend-hauen neige. Das nicht. Doch die Fluchtgedanken drängen sich dann doch mehr als das Gedränge der Menschen in den Vordergrund.
... und nichts auf der Welt hält einen dann auf, um das rettende Ufer so schnell wie nur irgend möglich zu erglimmen!

... und trotzdem ...
... dieses "Ich-will-dabeisein" ist in den Menschen so drin. Nichts zu verpassen, weil man sich dann ärgert, nichts erzählen zu können, wenn Freunde, Bekannte oder Kollegen von dem Ereignis erzählen. Dem Ereignis, das sich einfach Dabeisein nennt. Und so kommt es, dass man sich das immer wieder antut, seine Engegefühle in die Ecke verbarrikadiert, wie von Sinnen Jacke, Schuhe, Tasche zusammensucht und fast auch zuhause schon fluchtartig die Situation verlässt, um ...

... nichts zu verpassen!
... denn man weiß ja nie was man versäumt hätte, wenn ...


Meinen heißen Kaffee genieße ich dann trotzdem oder gerade deshalb besonders. Gedanklich dabei noch ein wenig schmunzelnd die Situation durchdenkend, die sich fast einem Nullpunkt gleich dem Gefrierpunkt ideell wie reell nahend einstellt. Der letzte Schluck aus der Tasse ist dann immer wie ein friedliches Abschließen.
Abschließen, weil auch Freuen. Freuen auf das nächste Ereignis, welches sich einfach aus der Masse heraushebt und man deshalb nicht anders kann, als schlichtweg dabeizusein.
... auch wenns wieder mal total stressig war. Weil man dann nämlich was zum Erzählen hat. Das ist wie im Sommer der Urlaub: Was denken denn die Nachbarn, wenn man nicht in den Urlaub fährt und womöglich Urlaub auf Balkonien absolviert?





Freitag, 4. Oktober 2013

NFD-Flieger

herausgekramt:

Andenken an einen Flug mit dem NFD - Nürnberger Flugdienst.

Urlaubsreise vor zwanzig Jahren nach Korfu.
Gesteuert von Inhaber Hans Rudolf Wöhrl

Unsere erste Flugreise überhaupt. Damals eine wackelige Angelegenheit. Jedes Luftloch emotional wie ein kleiner Absturz. Ein gefühltes Abenteuer. Cockpit-Besichtigung. Oben in 10.000 km. Das war spannend.
Die Landung - Sturzflug - und exakt berechnet auf Minilandefläche von Korfus Hauptstadt,
direkt im Meer. Adrenalin pur.

Schade. Nur einmal ...

Die großen Maschinen haben nicht diese ... "Persönlichkeit".

 Mini-Modell - Oldie - heute etwas Besonderes.