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Sonntag, 21. Dezember 2014

Schnäppchenjagd - kritisch beäugt.

Ein paar Tage vor Weihnachten.
Alle wiederkehrenden Jahre des Ramschens sind so spontan gesagt der pure Stress. Eigentlich und eigentlich heißt ja bekanntlich das Gegenteil. Also verfällt man in diesen Momenten dem Positiven.

Nicht nur der Reiz des Sparens ist das Finden. Das Schnäppchen, das sich als besonderes Glück herausstellt, und zwar auch bei dem, der das Geld gar nicht mehr zählen kann.
Der Jäger und Sammler aus Urzeiten steckt in uns allen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass in jedem Laden, in jedem Geschäft, der Ursammler sein Spielchen treibt.
Der Kunde ist ja immer der Käufer, und der Käufer will ja sein Geld, das er durchaus nicht immer zum Sammeln nutzt, als Goldgrube anlegen, mit dem Gedanken, es zu vermehren.
So spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Centbetrag oder sogar um Euros handelt. Es geht um das Sparen. Für gute Qualität möglichst wenig auszugeben, um dann dem im Hinterkopf befindlichen Gedanken Nahrung zu geben. Den Rest für etwas anderes auszugeben oder eben anzulegen.
Der Rechenkünstler stellt sich dann automatisch ein. Denn Sparen macht richtig Spaß. Berge erklimmen, etwas schaffen, im Kleinen wie im Großen, das will ja jeder.

Und manches Mal wird aus dem kleinen Sparerfolg tatsächlich ein großer, dann nämlich, wenn man es schafft, die kleinen Hintertürchen zu umgehen, die die menschlichen wie auch automatischen Rechenmaschinen austüfteln, um uns Kleinbürgern das Geld dennoch aus der Tasche zu ziehen.
Vermeintliche Schnäppchen werden schnell zu Gewinnbringern, aber nicht den eigenen, sondern der Geschäftsleute.

Also sind kleine mathematische Rechnereien nicht zu umgehen, wenn man sich selbst nicht betrügen will und so zum Dummian wird, ohne dass man es gleich merkt und später ist dann meist zu spät - der Zug abgefahren.

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So gibt es gerade vor Weihnachten, also vor den Feiertagen, Angebote noch und nöcher.
Die Geschäftsleute geben sich Mühe, sichtlich. Sparen war schon immer der Nutzen. Für beide Seiten - den Käufer wie den Verkäufer.
Aufpassen ist angesagt, wenn es sich um vermeintliche Rabattaktionen handelt. So werden oft 50-, wenn nicht sogar 75 % geboten, um ein Produkt zu verkaufen. Leider ist der Ausgangspreis dem wahren Wert der Ware nicht immer gleichzusetzen. Und oft weiß es der Kunde nicht, welchen Wert die Ware tatsächlich hat. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass eine Kaufaktion mit vielleicht sogar 75 % Ermäßigung sich schlussendlich als Minusgeschäft herausstellt. Und zwar für den Kunden!

Preise, wo man sich fragt, wie sie angesetzt werden, wo die Zahlen herkommen, welche die Summe ausmachen, um dann mit einem Nachlass als Supersparpreis daherzukommen, sind mir schon immer suspekt gewesen.

Oft lässt sich aber aus dem Auf- und Drüberkleber des Preisschilds noch erkennen, welcher Preis als ursprünglicher angesetzt war. Hier stellt sich dann meist schon heraus, dass das vermeintliche Schnäppchen gar keines ist, weil der Preis eh schon von Grund auf so berechnet war.

Das Verhältnis der Ware zum wahren Preis lässt sich mit Vergleichen in anderen Angeboten gut erkennen. Meist ist auch das Kaufen im Internet nicht unbedingt das Superangebot, welches man sich vorstellt.

Letztens habe ich wieder eine Rabattaktion genutzt. Hier ging es um einen Preisnachlass von
25 %. Klingt gut und auf Anhieb rechnet man, wenn ich also etwas für 100 Euro kaufen möchte, kostet es NUR 75 Euro und ist ein gutes Schnäppchen, Sparangebot für den Jäger und Sammler aus Urzeiten, der in uns allen schlummert, so natürlich auch in mir.

Die Geschäftsleute sind ja nicht dumm. Das merkt man schnell, wenn man sich mit der Materie etwas näher befasst. Die Relation ist immer mit eingerechnet, so dass auch hier schnell ein Misserfolg programmiert ist, außer man kauft wirklich nur im Kleinen. So lohnt sich das Rabattangebot doch. Meine ich zumindest.

100-Euro-Preise für Kleidung als Beispiel, sind vom guten Geschäftsmann eh schon hoch angesetzt, so dass immer noch ein Gewinn herausspringt, wenn der Kunde die Rabattaktion nutzt und für das Kleidungsstück oder was auch immer nur 75 Euro bezahlt.

Ich habe mir ein Supersparangebot genommen und einen Pulli, der eh schon im Angebot war und nur 9 Euro gekostet hätte, mit dem 25-%-Angebot verknüpft. So hat mich der Pulli nur 6,75 € gekostet. Für mich ein Schnäppchen. Und der Hintergedanke in mir, dass der Geschäftsmann dadurch Gewinn erzielt, ist praktisch dadurch auf null gesunken. Denn bei dem Preis ist kaum noch gewinnbringend zu handeln - oder etwa doch???
Zwar brauche ich den Pulli nicht, aber die paar Euros konnte ich schon verkraften. Das ist der Hintergedanke sicherlich, den der schlaue Geschäftsmann mit einbezieht.

Von daher nehme ich solche vermeintlichen Schnäppchenangebote erst mal kritisch unter die Lupe und frage mich zuerst: BRAUCHE ICH DAS WIRKLICH?   und
IST DAS VERMEINTLICHE SCHNÄPPCHEN AUCH WIRKLICH EINS???

... und kaufe es (vielleicht?) doch???

---------------- Beim Supermarkt gab es für meinen Lebensmitteleinkauf  einen Coupon.
5 Euro bekomme ich, wenn ich bis zu einem bestimmten Datum den Coupon einlöse.
Eine gute Sache finde ich, auch weil ich dann VIELLEICHT DOCH WIEDER IN DIESES GESCHÄFT GEHE? Allein die 5 Euro sind doch ein guter Anreiz, um dort erneut einzukaufen ...
... vielleicht ...

hier  geht die Gesichte weiter. Völlig anders als ich es erwartet hatte.